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Zu Gast bei Friedrich Cerha

Heute bin ich „zu Gast“ bei Friedrich Cerha, bevor ich ihn morgen live erlebe vor der Uraufführung seiner Drei Orchesterstücke (2006/2011) mit dem WDR Sinfonieorchester und Jukka-Pekka Saraste. WDR 3 überträgt das Konzert ab 20:05 Uhr live.

Zur „Happy Hour“: WDRSO-Geschichtsstunde mit der Sinfonie Nr. 5 von Schostakowitsch

Morgen Abend heißt es wieder „Happy hour – Klassik um Sieben“: das WDR Sinfonieorchester und WDR 2 laden in die Kölner Philharmonie.

Hier können Sie sich entspannt zurücklehnen und eine Stunde lang Meisterwerke der Klassik genießen.

Das Versprechen des entspannten Zurücklehnens wird morgen allerdings nicht eingelöst werden, denn im übertragenen Sinne wird zur Happy Hour kein Wodka Lemon sondern ein Zombie gereicht.

Auf dem Programm steht die Sinfonie Nr. 5 von Dmitri Schostakowitsch, dessen persönlicher und künstlerischer Weg zu Zeiten von Stalins Totalitarismus dramatisch verlief und der in seinen Werken teils äußerst bedrückend und sehr eindringlich den schwierigen Lebensumstände in der Diktatur musikalischen Ausdruck verleiht.

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Dmitri Schostakowitsch

So auch in seiner fünften Sinfonie, zu der er selbst sagte:

„Was in der Fünften vorgeht, sollte meiner Meinung nach jedem klar sein. Der Jubel ist unter Drohungen erzwungen. […] So als schlage man uns mit einem Knüppel und verlange dazu: Jubeln sollt ihr! Jubeln sollt ihr! Und der geschlagene Mensch erhebt sich, kann sich kaum auf den Beinen halten. Geht, marschiert, murmelt vor sich hin: Jubeln sollen wir, jubeln sollen wir. Man muss schon ein kompletter Trottel sein, um das nicht zu hören.“ [Solomon Wolkow (Hg.), Die Memoiren des Dmitri Schostakowitsch, Berlin et al. 2000, S. 283]

Uraufgeführt im November 1937, fand die Sinfonie sowohl bei der Kulturpolitik wie beim Publikum großen Anklang, war es Schostakowitsch doch in genialer Weise gelungen, seiner vermeintlichen musikalischen Propaganda zu Ehren Stalins eine hör- und fühlbare Botschaft von Verzweiflung, Verachtung und Ablehnung des Dikators mitzugeben, die intuitiv verstanden wurde.

Sein Schüler, der Cellist, Dirigent und Komponist Mstislaw Rostropowitsch war überzeugt, dass Schostakowitsch mit seinen Sinfonien eine „Geheimgeschichte Russlands“ geschrieben hat. Ich bin sehr gespannt, wie eine seiner Schülerinnen, die südkoreanische Cellistin und Dirigentin Chang Han-na, die morgige Geschichtsstunde mit dem WDR Sinfonieorchester gestalten wird.

Wer vor dem morgigen Konzert mehr über Schostakowitschs fünfte Sinfonie erfahren möchte, dem empfehle ich die wunderbare Website Keeping Score des San Francisco Symphony Orchestra und/oder die Videos mit seinem Dirigenten Michael Tilson Thomas, die auch bei YouTube zu finden sind (leider nur in Englisch):

WDR 3 TonArt-Reihe: Der Dirigent

Link: WDR 3 TonArt-Reihe: Der Dirigent

Hans von Bülow, Quelle: Wikimedia Commons

WDR 3 sendet gerade eine interessante Reihe über Dirigenten in der Sendung TonArt auf WDR 3 (15.05-17.45 Uhr):

Der Dirigent – seit Anfang des 19. Jahrhunderts verkörpert er die musikalische Autorität schlechthin. Er ist Gegenstand von Personenkult, aber ebenso Zielscheibe für Karikatur und Spott. Zwischen Korrepetitor und Kapellmeister am Provinztheater auf der einen und dem vergötterten Pultstar auf der anderen Seite liegen Welten. Eine Woche lang beschäftigt sich die WDR 3 TonArt mit dem Phänomen “Dirigent”.

Der erste Teil der Reihe war bereits am vergangenen Freitag zu hören: Kapellmeister Wolfgang Hattinger erzählte über die Geheimnisse seines Berufs und das Handwerk des Dirigenten (hier kann der Beitrag nachgehört werden, wie auch alle folgenden Beiträge).

In den Teilen zwei bis vier geht es diese Woche um die Themen „Berufsziel Dirigent“, „Eine Frau am Dirigentenpult“ und „Adieu, Pultstars“.

Letzteres müssen wir am heutigen Tag leider wörtlich nehmen, an dem die Musikwelt vom italienischen Dirigenten Claudio Abbado Abschied nimmt. Als Gastdirigent stand er auch am Pult des WDR Sinfonieorchesters Köln.

Der dritte Teil der Reihe hat ebenfalls einen – allerdings wesentlich erfreulicheren – aktuellen Bezug, denn mit Han-Na Chang steht diese Woche seit Längerem wieder einmal eine Frau am Pult des WDR Sinfonieorchesters. Die südkoreanische Cellistin und Dirigentin debütiert am kommenden Donnerstag in Köln mit Dmitri Schostakowitschs Sinfonie Nr. 5.

Weitere Einblicke in die Arbeitswelt von Dirigenten ermöglicht auch die BR-Klassik-Reihe „Dirigenten bei der Probe“, die Orchestrasfan empfiehlt.

Zum Jahresausklang: Ein Auftritt bei WDR 3

Link: Zum Jahresausklang: Ein Auftritt bei WDR 3

Sie haben Silvester noch nichts vor und wollen im größten Konzertsaal des Landes – in WDR 3 – auftreten? Die Kulturwelle sucht mutige, talentierte Hausmusiker, die sich auf die Bühne unserer langen Silvestersendung trauen. Bewerbungsschluss ist der 17. November.

Die Verantwortlichen von WDR 3 haben sich für den Silvesternachmittag etwas ganz besonderes ausgedacht: ein fünfstündiges Live-Konzert aus dem kleinen Sendesaal des Kölner Funkhauses, bei dem jede/r mitmachen kann und der Spaß am gemeinsamen Musizieren das Wichtigste ist.

Michael Faust, der Solo-Flötist des WDR Sinfonieorchesters, wird unter anderen auch dabei sein und mit dem „Allstar Orchestra“ des Tages den bekannten Kanon von Johann Pachelbel einstudieren.

Eine tolle Idee, das Jahr musikalisch ausklingen zu lassen. Nichts wie ran an die Instrumente!