Schlagwort-Archiv: Sinfonieorchester

Stage door | Foto: cc James Butler/flickr

Hinter Orchester-Kulissen: Was macht eine Notenkorrektorin?

Stage door | Foto: cc James Butler/flickr
Foto: cc James Butler/flickr

In loser Folge stellt Orchestrasfan in ihrem gleichnamigen Blog Berufe „hinter dem Orchester“ vor. Sie befragt dazu Menschen, die dafür sorgen, dass die Arbeit rund ums Sinfonieorchester reibungslos stattfinden kann, was genau sie tun.

Mehr dazu hier: Orchestrasfan – Was macht eigentlich …

Notenmaterial spielbar machen

Nun war ich an der Reihe der Befragten und habe ihr unter anderem erzählt, wozu es NotenkopistInnen braucht und was es mit dem Einrichten von Orchesterstimmen auf sich hat. Zunächst wollte Orchestrasfan aber wissen:

„Was muss ich mir unter Notenkorrektorat und Notenkopistentätigkeit vorstellen?

Unter dem Begriff Notenkopistentätigkeiten sind Arbeitsschritte zusammengefasst, die erforderlich sind, um Notenmaterial zu erstellen und/oder für ein Konzert spielbar zu machen. Dazu gehört – ganz im wörtlichen Sinn – das Kopieren von Noten, aber auch das Korrigieren von Fehlern und das sogenannte Einrichten von Orchestermaterial, bei dem unter anderem die Spielanweisungen des jeweiligen Dirigenten in jede Stimme eingetragen werden.

Die Kopistentätigkeiten stammen aus Zeiten, in denen es keine andere Möglichkeit der Vervielfältigung von Literatur oder Noten gab, als sie mit der Hand abzuschreiben. Eine Sinfonie von Mozart konnte zum Beispiel nur aufgeführt werden, wenn die Stimmen für die einzelnen Musiker zuvor aus der Partitur herauskopiert, sprich abgeschrieben, wurden.“

Orchesterstimmen einrichten | Foto: WDRSOfan
Orchesterstimmen einrichten | Foto: WDRSOfan

Wer mehr erfahren und das ganze Interview lesen möchte, bitte hier entlang:
„Was macht eigentlich eine Notenkorrektorin?“ – Interview von Orchestrasfan mit Musikwissenschaftlerin Birgit Schmidt-Hurtienne alias WDRSOfan.

Eurovision Young Musicians 2014 beim WDR in Köln

Die junge Klassikwelt trifft sich seit vergangenem Samstag in Köln zum Eurovision Young Musicians 2014, einem der international bedeutendsten Wettbewerbe. Er wird seit 1982 alle zwei Jahre von der Europäischen Rundfunkunion (European Broadcasting Union EBU) veranstaltet. Dieses Jahr ist der Westdeutsche Rundfunk Gastgeber.

Europäische NachwuchsmusikerInnen zwischen 15 und 19 Jahren aus ganz Europa stellen sich dabei einer international besetzten Fachjury.

Wer den Wettbewerb verfolgen möchte, kann heute nachmittag von 14 – 16.30 Uhr bei freiem Eintritt vor Ort im WDR Funkhaus Köln oder via Livestream bei der 2. Vorrunde dabei sein. Es spielt unter anderem auch die deutsche Vertreterin im Wettbewerb, Judith Stapf:

Open-Air-Abschlusskonzert mit dem WDRSO

Die PreisträgerInnen der 17. Austragung werden im Open-Air-Konzert auf dem Roncalli-Platz vom WDR Sinfonieorchester Köln unter Leitung der jungen estnischen Dirigentin Kristiina Poska begleitet.

Es wird live im WDR Fernsehen (31. Mai 2014, 20.15 – 22.00 Uhr), im Radio auf WDR 3 und via Livestream übertragen. Sabine Heinrich (@frheinrich) wird moderieren und die urban dance crew Flying Steps ist auch dabei.

#EYM2014 im Web

Mehr vom und über den Wettbewerb ist auf der Website und Facebook-Seite zu finden. Bei Twitter sind die @Young_Musicians auch vertreten, und der Austausch über den Eurovision Young Musicians 2014 findet via Hashtag (Suchwort) #eym2014 statt.

Das WDR Sinfonieorchester Köln in Salzburg

Gestern ging’s los! Das WDR Sinfonieorchester Köln ist in die Mozartstadt Salzburg aufgebrochen:

 

Nach seinem erfolgreichen Gastspiel im März 2012 ist das WDR
Sinfonieorchester unter Leitung von Jukka-Pekka Saraste ab heute wieder an drei
Abenden im Großen Festpielhaus Salzburg zu erleben.

Großes Festpielhaus Salzburg
Großes Festpielhaus Salzburg | CC BY 3.0 Andreas Praefcke

Gemeinsam mit Jean-Yves Thibaudet (Klavier), Peter Mönkediek (Trompete), Truls Mørk (Cello) und Vilde Frang (Violine) spielt das Orchester am Mittwoch, Donnerstag und Freitag Werke von Beethoven, Brahms, Bruckner, Dvořák, Mozart und Schostakowitsch.

Die Konzerte vom 21. und 22. Mai zeichnet der Radiosender Ö1 auf und sendet die Mitschnitte am 7. Juni (Samstag) um 15:05 (Schostakowitsch: Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester / Beethoven: Symphonie Nr. 7 / Dvořák: Cello-Konzert).

Dem WDRSO wünsche ich eine erfolgreiche Stippvisite und schöne Konzerte und hoffe, dass bei drei Tagen vor Ort auch genügend Zeit bleibt, ein paar Salzburger Nockerln zu verspeisen 🙂

Mit im Reisegepäck des WDR Sinfonieorchesters ist Beethovens 7. Sinfonie, hier der vierte Satz:

Ins Wochenende mit: Bernstein und Brahms

Ins Wochenende mit …

dem ersten Satz der 4. Sinfonie von Johannes Brahms, mit der das WDR Sinfonieorchester sein heutiges Konzert in der Kölner Philharmonie beschließen wird. Unter der Leitung seines jetzigen Chefdirigenten Jukka-Pekka Saraste hat es die Sinfonie bereits im gestrigen Gastkonzert in Viersen aufgeführt.

Neben Brahms stehen heute Abend noch zwei weitere meiner Lieblingskomponisten (s. meine Klassik Top Ten) auf dem Programm:
Leonard Bernstein, dessen Ouvertüre zum Musical Candide der fulminante Einstieg in den Konzertabend wird, und Dmitrij Schostakowitsch, der mit seinem grandiosen Konzert Nr. 1 c-moll für Klavier und Streichorchester mit Trompete op. 35 vertreten ist. Solisten des Abends sind Jean-Yves Thibaudet am Klavier und WDRSO-Solo-Trompeter Peter Mönkediek.

Für alle, die nicht vor Ort dabei sein können, überträgt WDR 3 das Konzert ab 20:05 Uhr live aus der Kölner Philharmonie. Ab morgen kann das Konzert 30 Tage lang im WDR 3 Konzertplayer nachgehört werden. Weitere Infos zu den Stücken und Interpreten sind im Programmheft zu finden.

Wer der englischen Sprache mächtig ist, dem empfehle ich außerdem die großartige Analyse des ersten Satzes von Brahms 4. Sinfonie von Leonard Bernstein:

Morgen gastiert das WDR Sinfonieorchester gemeinsam mit Jean-Yves Thibaudet und Jukka-Pekka Saraste in der Alten Oper Frankfurt. Dann werden Bernsteins Candide-Ouvertüre, Gershwins Concerto in F und die Sinfonie Nr. 7 von Ludwig van Beethoven auf dem Programm stehen. Und als Fan wird – quasi in Vertretung – in ihrem ureigenen Terrain meine liebe Freundin Orchestrasfan zur Stelle sein, der ich schon jetzt einen schönen Konzertabend mit meinem Lieblingsorchester wünsche! 🙂

Ins Wochenende mit: John Adams

Ins Wochenende mit …

John Adams „Hit“ Short Ride In A Fast Machine, mit dem das WDR Sinfonieorchester im März sein Konzert „Mensch und Maschine“ beendete und am Sonntagabend sein diesjähriges Konzert beim Kölner Neue-Musik-Festival Acht Brücken (30. April bis 11. Mai) eröffnen wird.

Im Video erzählen John Adams und Michael Tilson-Thomas, Dirigent des auftraggebenden San Francisco Symphony Orchestra, kurz, wie es zur Zusammenarbeit und zur Entstehung des fanfarenartigen Eröffnungsstücks kam.

Im Puls – Neue Musik für das Festival Acht Brücken

Auch der WDR hat für sein Festivalkonzert „Musik der Zeit: Stop Nonstop“ Kompositionsaufträge vergeben, die am 4. Mai erstmals zu hören sein werden. So zum Beispiel fourchanniballads von Bernhard Gander und Vier Stücke für Solodrummer und Orchester von Andrew Digby/Hubert Steiner. Als Solist wird Dirk Rothbrust, Mitglied des Ensemble musikFabrik, zu hören sein.

Zuvor wird New York Counterpoint von Steve Reich erklingen, gespielt von WDRSO-Solo-Klarinettist Thorsten Johanns und Studierenden, und das Concerto (2000) für Klavier
und Orchester von Hans Abrahamsen, bei dem Tamara Stefanovich mit dem WDRSO konzertieren wird. Mit San Francisco Polyphony von György Ligeti ist ein weiterer „Klassiker“ der Neuen Musik im Konzertprogramm vertreten. Geleitet wird das Konzert von Jonathan Stockhammer.

Kurzum, ein echtes Schmankerl, mit dem das WDR Sinfonieorchester seine bereits seit über 60 Jahren bestehende Musik-der-Zeit-Konzertreihe fortsetzt. Für alle, die nicht vor Ort dabei sein können, überträgt WDR 3 das Konzert ab 20:05 live aus der Kölner Philharmonie.

Aprospos Schmankerl

Wer mit einer geballten Ladung Neue Musik nicht ganz so viel anfangen kann, kommt vielleicht beim WDR Rundfunkorchester auf seine Kosten, das dieses Jahr ebenfalls beim Acht-Brücken-Festival vertreten ist.

Es bringt am 11. Mai (dem letzten Festivaltag) ebenso technische Errungenschaften des 19. Jahrhunderts zum Klingen wie einen Kompositionsauftrag des WDR erstmals zur Aufführung: das Konzert für Schlagzeug und Orchester Dreammachine von Michael Daugherty, mit der großartigen Dame Evelyn Glennie als Solistin, hier in ihrem inspirierendem TED-Talk How to truly listen, in dem sie demonstriert, dass der Mensch nicht nur mit den Ohren hören kann:

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Live zu erleben ist sie im Konzert „Mensch und Maschine – Puls und Takt“ um 11 Uhr im WDR Funkhaus Köln, das am Montagabend (12.5.) auf WDR 3 gesendet wird.

Beide Konzerte können nach der Sendung 30 Tage lang im WDR 3 Konzertplayer nachgehört werden.

Jetzt geht’s lo-hos: Probespiele für die WDRSO Orchesterakademie!

Orchesterakademie des WDDR Sinfonieorchesters Köln e. V.
Bereits Anfang 2013 gründeten Musikerinnen und Musiker des WDR Sinfonieorchesters Köln eine Orchesterakademie. Ihr Ziel ist,

„die Ausbildungslücke zu schließen, die zwischen Hochschulabschluss und Berufseinstieg besteht und gleichzeitig die gewachsene Klangtradition des Orchesters weiterzugeben“.

 

Unterstützung fanden die Orchestermitglieder im Geigensolisten Frank Peter Zimmermann, der die Orchesterakademie des WDRSO als Schirmherr begleitet:

„Das WDR Sinfonieorchester Köln ist das Spitzenorchester des Landes NRW und damit Vorbild für viele andere Orchester nicht nur in NRW. Mich verbindet mit diesem Orchester eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit und so habe ich keinen Augenblick gezögert, die Schirmherrschaft für die Orchesterakademie zu übernehmen und damit eine Initiative aus dem dem Orchester zu unterstützen.“

Damit es nun mit Beginn der nächsten Saison 2014/15 losgehen kann, finden am 14. und 15. Juni in Köln Probespiele für die ersten WDRSO-StipendiatInnen statt: Jetzt geht’s lo-hos: Probespiele für die WDRSO Orchesterakademie! weiterlesen

Ins Wochenende mit: Mozart

Ins Wochenende mit …
dem „Qui tollis“ aus dem Gloria der Messe c-moll für Soli, Chor und Orchester KV 427 Große Messe“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Hier in einer Aufnahme mit dem Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Leonard Bernstein.

Heute Abend wird sie in der Kölner Philharmonie erklingen beim Konzert „Sinfonie plus – Fragment und Vollendung“ des WDR Sinfonieorchesters Köln. Es musiziert gemeinsam mit dem WDR Rundfunkchor und dem Solistenquartett Christiane Karg (Sopran I – diese Saison übrigens Artist in Residence beim hr-Sinfonieorchester), Sophia Brommer (Sopran II), Jeremy Ovenden (Tenor) und Tareq Nazmi (Bass).

Christoph Eschenbach, der das Konzert ursprünglich leiten sollte, ist leider erkrankt und wird von Bernard Labadie vertreten.

Nach Mozarts letztem unvollendeten geistlichen Werk steht mit der Sinfonie Nr. 41 C-dur KV 551 „Jupiter“ auch seine letzte Sinfonie auf dem Programm.

Das Konzert wird ab 20:05 Uhr live auf WDR 3 übertragen und kann anschließend 30 Tage lang im WDR 3 Konzertplayer nachgehört werden. Mehr Infos zum Konzert gibt es im Programmheft.

Am Samstagabend kommt auch das Publikum im Konzerthaus Dortmund in den Genuss dieses Konzerts.

Ins Wochenende mit: Beethoven

Ins Wochenende mit …

dem dritten Satz aus der Sinfonie Nr. 4 B-dur op. 60 von Ludwig van Beethoven. Hier gespielt von The London Classical Players unter der Leitung von Roger Norrington.

Das WDR Sinfonieorchester Köln spielt die Sinfonie unter der Leitung von Jukka-Pekka Saraste heute Abend live in der Kölner Philharmonie im zweiten Teil des Konzerts „Bravour und Brio“.

Zuvor ist die russische Pianistin Anna Vinnitskaya zu hören mit dem Konzert Nr. 2 c-moll für Klavier und Orchester op. 18 von Sergej Rachmaninow, der heute vor 71 Jahren in Beverly Hills gestorben ist.

WDR 3 überträgt das Konzert ab 20:05 live. Anschließend kann es 30 Tage lang im WDR 3 Konzertplayer nachgehört werden. Mehr Infos zum Konzert stehen hier im Programmheft.

Happy Hour „mit Trauerrand“ ;-)

»Die neue Symphonie ist so melancholisch, daß Sie es nicht aushalten. Ich habe noch nie so was Trauriges, Molliges geschrieben: die Partitur muß mit Trauerrand erscheinen.«

Johannes Brahms | Quelle: Wikimedia Commons

Keine Sorge! Beim Konzert „Happy Hour – Klassik um Sieben“ am Donnerstag (27. März) müssen nicht die Taschentücher gezückt werden. Johannes Brahms beliebte vor der Veröffentlichung seiner 2. Sinfonie zu scherzen, als er seinen Verleger Fritz Simrock mit obigem Ausspruch in die Irre führte.

Sein Freund Theodor Billroth traf mit seiner Bemerkung nach der Uraufführung  1878 den Charakter der Sinfonie schon genauer:

Das ist ja lauter blauer Himmel, Quellenrieseln, Sonnenschein und kühler grüner Schatten!“

Das WDR Sinfonieorchester spielt die der Sinfonie Nr. 2 D-dur op. 73 von Johannes Brahms unter der Leitung von Jukka-Pekka Saraste. Das Konzert wird moderiert von Uwe Schulz, der sonst auf WDR 2 zu hören ist. Er wurde vom Happy-Hour-Redakteur (welch schöne Berufsbezeichnung) Michael Krügerke schon bestens auf das Konzert vorbereitet und lässt hier schon Spannendes erwarten.

Eine kleine  gratis Kostprobe gibt es am Donnerstag von 12:30-13 Uhr bereits beim PhilharmonieLunch in der Kölner Philharmonie.

Update 27.03.: Nein, gibt es nicht, denn die Kölner Philharmonie wies mich eben darauf hin, dass das WDRSO beim heutigen PhilharmonieLunch die 4. Beethoven probt, die morgen Abend auf dem Programm steht:


Dann gibt es also nur hier eine kleine Kostprobe zum heutigen Konzert 😉 – das WDRSO in einer Aufnahme mit Jukka-Pekka Sarastes Vorgänger Semyon Bychkov mit dem 4. Satz aus der 2. Brahms:

Jukka-Pekka Saraste dirigiert Mozart und Bruckner – Konzertaufzeichnung aus der Philharmonie Köln, 2013

Heute Abend sendet 3sat ab 20:15 Uhr den Mitschnitt des Konzerts mit Mozarts Sinfonia concertante Es-dur für Violine, Viola und Orchester, KV 364 mit dem WDR Sinfonieorchester Köln von Ende November vergangenen Jahres.

Die Solisten bei diesem Stück waren WDRSO-Konzertmeister José Maria Blumenschein und der WDRSO-Solo-Bratscher Junichiro Murakami. In einem Interview haben sie von ihren bisherigen Erfahrungen mit dem Stück und über das Konzertieren mit dem eigenen Orchester erzählt.

Anschließend spielt das WDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Jukka-Pekka Saraste die Sinfonie Nr. 3 d-moll (2. Fassung von 1876/77) von Anton Bruckner.

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Bilder: Wikimedia Commons