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Ins Wochenende mit: Mozart

Leopold Mozart mit Wolfgang Amadeus und Maria Anna, an der Wand ein Porträt der verstorbenen Ehefrau Anna Maria. Gemälde von Johann Nepomuk della Croce, um 1780 Quelle: Wikimedia

Werke von Mozart senior und junior stehen ab heute Abend bei den Konzerten „Im Serenadenton“ auf dem Programm des WDR Sinfonieorchesters.

Gemeinsam mit der Geigerin Alina Pogostkina und dem WDRSO-Solo-Trompeter Peter Mönkediek  sowie dem ehemaligen WDRSO-Solo-Posaunisten Harry Ries spielt das Orchester unter der Leitung von Reinhard Goebel die Serenade D-dur für Trompete, Posaune und Orchester von Leopold Mozart sowie das Violinkonzert D-Dur KV 271a und die Serenade Nr. 9 D-dur KV 320, auch bekannt als „Posthorn-Serenade“, von Wolfgang Amadeus Mozart.

Hier ein kleiner Ausschnitt aus der Probe mit Alina Pogastkina im Großen Sendesaal des WDR Funkhauses:

 

Während das Violinkonzert vermutlich nicht aus Wolferls Feder stammt (mehr dazu verrät das Programmheft zum Konzert), ist von der Posthorn-Serenade überliefert, dass er sie als Finalmusik den Salzburger Studenten zur Feier ihres Studienabschlusses im August gewidmet hat. Das überraschend einsetzende Alltagsinstrument Posthorn gab der Serenade ihren Namen und könnte die Abfahrt der Studenten in die Semesterferien signalisiert haben. Hier das Menuett und Trio II gespielt von Luciano Marconcini und dem Orchestra I Pomeriggi Musicali unter Pietro Mianiti:

Nach dem Konzert heute Abend im WDR Funkhaus Köln kommt am Samstag das Publikum des Mozartfests in der Residenz Würzburg in den Genuss des Programms, bevor es am Sonntag auch bei den Weilburger Schlosskonzerten aufgeführt wird.

WDR 3 sendet das Konzert am Freitag, den 18. Juli 2014, von 20.05-22.00 Uhr.

Wer mehr über die Geigerin Alina Pogostkina erfahren möchte, Jan Holthaus von BR Klassik hat sie ins U21-Verhör genommen:

 

 

 

 

Ins Wochenende mit: Bernstein und Brahms

Ins Wochenende mit …

dem ersten Satz der 4. Sinfonie von Johannes Brahms, mit der das WDR Sinfonieorchester sein heutiges Konzert in der Kölner Philharmonie beschließen wird. Unter der Leitung seines jetzigen Chefdirigenten Jukka-Pekka Saraste hat es die Sinfonie bereits im gestrigen Gastkonzert in Viersen aufgeführt.

Neben Brahms stehen heute Abend noch zwei weitere meiner Lieblingskomponisten (s. meine Klassik Top Ten) auf dem Programm:
Leonard Bernstein, dessen Ouvertüre zum Musical Candide der fulminante Einstieg in den Konzertabend wird, und Dmitrij Schostakowitsch, der mit seinem grandiosen Konzert Nr. 1 c-moll für Klavier und Streichorchester mit Trompete op. 35 vertreten ist. Solisten des Abends sind Jean-Yves Thibaudet am Klavier und WDRSO-Solo-Trompeter Peter Mönkediek.

Für alle, die nicht vor Ort dabei sein können, überträgt WDR 3 das Konzert ab 20:05 Uhr live aus der Kölner Philharmonie. Ab morgen kann das Konzert 30 Tage lang im WDR 3 Konzertplayer nachgehört werden. Weitere Infos zu den Stücken und Interpreten sind im Programmheft zu finden.

Wer der englischen Sprache mächtig ist, dem empfehle ich außerdem die großartige Analyse des ersten Satzes von Brahms 4. Sinfonie von Leonard Bernstein:

Morgen gastiert das WDR Sinfonieorchester gemeinsam mit Jean-Yves Thibaudet und Jukka-Pekka Saraste in der Alten Oper Frankfurt. Dann werden Bernsteins Candide-Ouvertüre, Gershwins Concerto in F und die Sinfonie Nr. 7 von Ludwig van Beethoven auf dem Programm stehen. Und als Fan wird – quasi in Vertretung – in ihrem ureigenen Terrain meine liebe Freundin Orchestrasfan zur Stelle sein, der ich schon jetzt einen schönen Konzertabend mit meinem Lieblingsorchester wünsche! 🙂

Ins Wochenende mit: Mozart

Ins Wochenende mit …
dem „Qui tollis“ aus dem Gloria der Messe c-moll für Soli, Chor und Orchester KV 427 Große Messe“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Hier in einer Aufnahme mit dem Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Leonard Bernstein.

Heute Abend wird sie in der Kölner Philharmonie erklingen beim Konzert „Sinfonie plus – Fragment und Vollendung“ des WDR Sinfonieorchesters Köln. Es musiziert gemeinsam mit dem WDR Rundfunkchor und dem Solistenquartett Christiane Karg (Sopran I – diese Saison übrigens Artist in Residence beim hr-Sinfonieorchester), Sophia Brommer (Sopran II), Jeremy Ovenden (Tenor) und Tareq Nazmi (Bass).

Christoph Eschenbach, der das Konzert ursprünglich leiten sollte, ist leider erkrankt und wird von Bernard Labadie vertreten.

Nach Mozarts letztem unvollendeten geistlichen Werk steht mit der Sinfonie Nr. 41 C-dur KV 551 „Jupiter“ auch seine letzte Sinfonie auf dem Programm.

Das Konzert wird ab 20:05 Uhr live auf WDR 3 übertragen und kann anschließend 30 Tage lang im WDR 3 Konzertplayer nachgehört werden. Mehr Infos zum Konzert gibt es im Programmheft.

Am Samstagabend kommt auch das Publikum im Konzerthaus Dortmund in den Genuss dieses Konzerts.

WDR 3 wird 50. Alles Gute zum Geburtstag!

fdw_8Hipphipphurra, WDR 3, der „Heimatsender“ der WDR Orchester feiert heute sein 50-jähriges Bestehen! Zur Feier des Tages klingt das Geburtstagsprogramm auf WDR 3 heute anders als gewohnt:

Am Jubiläumstag selbst, dem 29. März 2014, ist das WDR 3 Programm komplett aus den Angeln gehoben. Die HörerInnen haben gewählt und ihre elf Favoriten aus 50 online zur Wahl gestellten Werken ausgesucht. In jeder Stunde spielt WDR 3 ein Werk aus den „Top Elf“ und erläutert die Hintergründe der jeweiligen Produktion. Zusätzlich erinnert WDR 3 an Programmhöhepunkte aus seiner 50jährigen Geschichte und beantwortet Hörerfragen rund um das Kulturradio.

Wer mehr über das zurückliegende halbe WDR-3-Jahrhundert erfahren möchte, findet hier Links zu Berichten, Bildergalerien und vielem mehr: 50 Jahre Radio-Kultur.
Auch die aktuelle WDR-Radiobroschüre wartet mit vielen Informationen zum WDR-3-Geburtstag auf:

Bei der offiziellen Geburtstagsfeier, die am Samstag, den 29. März, ab 20:05 auf WDR 3 übertragen wird, sorgt zwar die WDR Big Band für groovige Partyklänge. Das WDR Sinfonieorchester ist aber dank der Wahl der WDR-3-HörerInnen im geburtstäglichen Programm gleich mehrfach mit folgenden Aufnahmen zu hören:

  • Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 35 D-Dur KV 385 mit Otto Klemperer aus dem Jahr 1964
  • Alban Berg: Drei Bruchstücke aus der Oper „Wozzeck“ mit Wendy Fine (Sopran) und Carlos Kleiber aus dem Jahr 1972
  • Igor Strawinsky: Capriccio für Klavier und Orchester mit Pi-hsien Chen (Klavier) und Peter Eötvös aus dem Jahr 1991
  • Robert Schumann: Cellokonzert a-Moll, op. 129 mit Heinrich Schiff (Violoncello) und Hans Vonk aus dem Jahr 1994
  • Bernd Alois Zimmermann: Musique pour les soupers du Roi Ubu mit Peter Rundel aus dem Jahr 2006

Der Reihe illustrer GratulantInnen schließe ich mich gerne mit besten Wünschen für eine glückliche und lange Zukunft an und lasse mein Lieblingsorchester zur Feier des Tages noch die festliche Fanfarenmusik aus Leoš Janáčeks Sinfonietta spielen:

Ins Wochenende mit: Beethoven

Ins Wochenende mit …

dem dritten Satz aus der Sinfonie Nr. 4 B-dur op. 60 von Ludwig van Beethoven. Hier gespielt von The London Classical Players unter der Leitung von Roger Norrington.

Das WDR Sinfonieorchester Köln spielt die Sinfonie unter der Leitung von Jukka-Pekka Saraste heute Abend live in der Kölner Philharmonie im zweiten Teil des Konzerts „Bravour und Brio“.

Zuvor ist die russische Pianistin Anna Vinnitskaya zu hören mit dem Konzert Nr. 2 c-moll für Klavier und Orchester op. 18 von Sergej Rachmaninow, der heute vor 71 Jahren in Beverly Hills gestorben ist.

WDR 3 überträgt das Konzert ab 20:05 live. Anschließend kann es 30 Tage lang im WDR 3 Konzertplayer nachgehört werden. Mehr Infos zum Konzert stehen hier im Programmheft.

Happy Hour „mit Trauerrand“ ;-)

»Die neue Symphonie ist so melancholisch, daß Sie es nicht aushalten. Ich habe noch nie so was Trauriges, Molliges geschrieben: die Partitur muß mit Trauerrand erscheinen.«

Johannes Brahms | Quelle: Wikimedia Commons

Keine Sorge! Beim Konzert „Happy Hour – Klassik um Sieben“ am Donnerstag (27. März) müssen nicht die Taschentücher gezückt werden. Johannes Brahms beliebte vor der Veröffentlichung seiner 2. Sinfonie zu scherzen, als er seinen Verleger Fritz Simrock mit obigem Ausspruch in die Irre führte.

Sein Freund Theodor Billroth traf mit seiner Bemerkung nach der Uraufführung  1878 den Charakter der Sinfonie schon genauer:

Das ist ja lauter blauer Himmel, Quellenrieseln, Sonnenschein und kühler grüner Schatten!“

Das WDR Sinfonieorchester spielt die der Sinfonie Nr. 2 D-dur op. 73 von Johannes Brahms unter der Leitung von Jukka-Pekka Saraste. Das Konzert wird moderiert von Uwe Schulz, der sonst auf WDR 2 zu hören ist. Er wurde vom Happy-Hour-Redakteur (welch schöne Berufsbezeichnung) Michael Krügerke schon bestens auf das Konzert vorbereitet und lässt hier schon Spannendes erwarten.

Eine kleine  gratis Kostprobe gibt es am Donnerstag von 12:30-13 Uhr bereits beim PhilharmonieLunch in der Kölner Philharmonie.

Update 27.03.: Nein, gibt es nicht, denn die Kölner Philharmonie wies mich eben darauf hin, dass das WDRSO beim heutigen PhilharmonieLunch die 4. Beethoven probt, die morgen Abend auf dem Programm steht:


Dann gibt es also nur hier eine kleine Kostprobe zum heutigen Konzert 😉 – das WDRSO in einer Aufnahme mit Jukka-Pekka Sarastes Vorgänger Semyon Bychkov mit dem 4. Satz aus der 2. Brahms:

Dominique Horwitz zu Gast beim WDR Sinfonieorchester

Diese Woche ist der Schauspieler und Chansonnier Dominique Horwitz zu Gast beim WDRSO. Beim Konzert PlanM @ Philharmonie am Donnerstag wird er mit dem Orchester unter der Leitung von Lothar Zagrosek (gerade wiederholt zum „Dirigenten des Jahres“ gekürt) eine Zeitreise in die 20-er Jahre des letzten Jahrhunderts unternehmen.

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[CC BY-SA 3.0 Richard Greenhill/Hugo Elias]

Mensch und Maschine sind das Thema des Abends, bei dem Werke von Hanns Eisler (Balladen und Suite Nr. 3 aus dem Film Kuhle Wampe), Alexander Mossolow (Die Eisengießerei), Arthur Honegger (Pacific 231), Nebojsa Jovan Zivkovic (Trio per uno für 3 Schlagzeuger, zuletzt gespielt beim WDRSO-Kammerkonzert im September) und John Adams (Short Ride in a Fast Machine) auf dem Programm stehen.

„Die 20-er Jahre des letzten Jahrhunderts waren vom Geist des Futurismus geprägt. Während manche Komponisten das Hohelied der Maschine sangen, brannten anderen eher die sozialen Probleme des technischen Fortschritts auf den Nägeln.“

Und diese Themen scheinen auch heute noch beklemmend aktuell zu sein, wie in Hanns Eislers Ballade von den Säckeschmeißern zu hören ist:

Das von Isabel Hecker und Nicolas Tribes moderierte Konzert wird am Donnerstag ab 19 Uhr im Livestream übertragen und am 12. April ab 13 Uhr auf WDR 3 gesendet.

Die ultimative Lobhudelei für das WDRSO-Konzert mit Johannes Moser und Jakub Hrůša | Philharmonie Köln, 14.3.2014

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„Kraft der Linie“ war das Konzert des WDR Sinfonieorchesters am 14. März 2014 überschrieben, bei dem Bohuslav Martinu (Toccata e due canzoni), Edward Elgar (Cello-Konzert) und Antonín Dvořák (5. Sinfonie) auf dem Programm standen. Was der Erfinder des Konzerttitels uns damit sagen wollte, erschloss sich mir zwar nicht ganz, da zumindest die beiden ersten Werke eher von Zerissenheit zeugten. Dafür war ich umso erfreuter, als sich am Ende des Abends ein mit kraftvoller Linie geschriebenes Autogramm des Cello-Solisten Johannes Moser in meinem (noch eilig erstandenen) Programmheft fand 🙂 Aber von Anfang an …

In einer sehr spannenden Konzerteinführung versuchte Musikjournalist und WDR-3-Moderator Michael Struck-Schloen den Stücken des Programms und der Kommunikation aller Beteiligten auf der Bühne auf die Spur zu kommen. Er befragte dazu den tschechischen Gastdirigenten Jakub Hrůša und die Solisten des Abends – neben Johannes Moser war das (Orchester-)Pianist Roderick Shaw, der den virtuosen Klavierpart in Bohuslav Martinus Toccata spielte.

„Wer ist der Boss bei Solokonzerten? Der Dirigent oder der Solist?“

Bei der Eingangsfrage waren sich alle Künstler einig, dass die Zeiten, in denen Dirigenten vom Podest herab bestimmen, wie die Musik zu spielen sei, seit Simon Rattle (wie Johannes Moser meinte) bzw. bereits seit Claudio Abbado (wie Struck-Schloen einwarf) vorbei sind. Heutzutage sei alleine die Musik der Boss auf dem Podium und eine gemeinsame Erarbeitung der Stücke üblich, so die übereinstimmende Meinung.

Gerade bei oft gespielten Repertoire-Stücken wie dem Elgar-Konzert sei er persönlich sogar sehr froh über frische Ideen, die ihm Jakub Hrůša dieses Mal vorab bei der Leseprobe vorschlug, erzählte Johannes Moser. Hrůša wiederum betonte, dass er als Dirigent zwar gerne Anregungen der SolistInnen übernehme, allerdings keine Vorstellungen mittragen könne, die sich zu weit vom Kern der Musik entfernen.

360°-Kommunikation

Bei der Frage nach der Kommunikation untereinander und mit dem Publikum herrschte wieder übereinstimmend die Meinung, dass diese Art des miteinander Musizierens eine 360°-Kommunikation erfordere, wie Johannes Moser es formulierte.

Als Solist spreche er zwar zunächst direkt zum Publikum, dürfe aber die gleichzeitigen „Gesprächsfäden“ mit dem Dirigenten und den Orchester-SolistInnen oder -gruppen bei gemeinsamen Passagen nicht verlieren, schilderte Moser anschaulich die Anforderungen während eines Solokonzerts. Auch Roderick Shaw bestätigte, dass er als Orchestermusiker dazu wie auf einem Radarschirm alles verfolge, was um ihn herum geschieht, um sofort reagieren zu können.

Konzerterfahrungen lebendig werden lassen

Bewusst ging Moderator Struck-Schloen nur in Kürze auf Hintergrundinformationen zu den Werken des Abends ein, nachdem er zuvor auf das reichhaltige Informationsmaterial verwiesen hatte, das im Web und im Programmheft zu finden sei. Stattdessen ließ er die Künstler ausführlich zu Wort kommen und über ihre Herangehensweise an die Stücke berichten.

Daher geriet die Konzerteinführung sehr spannend und kurzweilig. Auf die oft gestellte Frage nach den Ritualen vor Konzertbeginn erfuhren wir von Johannes Moser zum Beispiel, dass er sich vor allem sehr genau die Örtlichkeiten vor dem Auftritt vorstellt, damit sein Cello in der Kölner Philharmonie zum Beispiel nicht als Erstes unangenehme Bekanntschaft mit dem Bühnengeländer macht oder er im Concertgebouw in Amsterdam nicht die „Showtreppe“ herunterfällt.

Mir hat der Werkstattcharakter dieses Gesprächs sehr gut gefallen, zumal ich überzeugt bin, dass diejenigen, die zu Konzerteinführungen gehen, mit der musikalischen Materie meist ohnehin schon vertraut sind. Auf diese Weise erfuhren aber auch sie sicher Neues.

War noch was?

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Bevor „der Boss“ hier noch gänzlich zu kurz kommt 😉 Abgesehen davon, dass das Konzert für einige im Publikum offensichtlich zu lang war – eine Befürchtung, die auch Jakub Hrůša dem Konzertmeister zuraunte, als er vor dem letzten Satz der Dvorak-Sinfonie abwartete, bis eine kleine Karawane den Saal verlassen hatte – war der Abend ein wirkliches Erlebnis.

Jakub Hrůša war ein perfekter Moderator, um im Kommunikationsbild zu bleiben. Es gelang ihm, sowohl bei Martinus Toccata, wie auch bei Elgars Cello-Konzert, allen Gesprächspartnern im Orchester genügend Raum zu lassen und alle Gesprächsfäden der eher sperrigen Stücke immer fest in der Hand zu halten. Die Rundum-Kommunikation gelang ihm scheinbar mühelos. Vor allem im Zusammenspiel mit Johannes Moser, der ihm zuvor scherzhaft-ironisch „Viel Spaß!“ beim Dirigat des Cello-Konzerts gewünscht hatte, das vor plötzlichen Stimmungs- und heikler Temposchwankungen nur so strotzt. Solist und Dirigent entwickelten sich beim gemeinsamen Spiel zum Dreamteam und rissen das Orchester – stellenweise zu seiner eigenen Überraschung, wie es schien – einfach mit.

Johannes Moser hatte in Köln ein Heimspiel. Da er an der Musikhochschule unterrichtet, war auch die Dichte cellospielender Menschen im Publikum entsprechend hoch. Schon mit den ersten warmen Klängen, die er seinem Guarneri-Cello entlockte, verzauberte er das Publikum und schaffte es, mit seiner unglaublich vielfältigen und nuancierten Palette an Ausdrucksmöglichkeiten, Elgars Nachkriegsverzweiflung, die er in seinem Cello-Konzert in Töne setzte, beeindruckend zum Klingen zu bringen. Da kam die frühe Schule im gesangsgeprägten, musikalischen Elternhaus deutlich zur Geltung.

Gäbe es ein sinfonisches Pendant für die Drama Queen der Oper – erst kürzlich bei ARTE eindrucksvoll vorgestellt von Joyce DiDonato –, wäre Johannes Moser definitiv ein Anwärter fürs Treppchen des männlichen Pendants. Und zwar im allerbesten Sinne, denn Emotionen in dieser Echtheit präsentieren zu können, setzt nicht nur die perfekte Beherrschung der Technik, sondern vor allem große Sensibiliät und Empathie voraus. Wie direkt er dabei mit dem Publikum kommuniziert, wurde auch in der faszinierenden Bach-Zugabe deutlich, bei der sein Dreifach-Pianissimo-Spiel tatsächlich für absolute Stille im Saal sorgte und sich selbst auf die Huster im Publikum übertrug.

Last but not least!

Mit Antonín Dvořáks selten bis nie gespielter Sinfonie Nr. 5 krönten das WDR Sinfonieorchester und Jakub Hrůša diesen bis dahin schon wunderbaren Abend. Das Orchester und seine Solisten waren nicht nur bestens päpariert, sie ließen sich auch von der Spielfreude seines jugendlichen Dirigenten anstecken, der die tscheschischen Melodien Dvořáks herrlich rustikal hervorzauberte. Und so endete das Konzert mit fulminantem Musikantentum at its best!

Wer sich selber davon überzeugen möchte, kann das Konzert im WDR 3 Konzertplayer nachhören.

PS: Apropos ultimative Lobhudelei* …

Die beherrscht Johannes Moser alias @jmothecellist übrigens auch 😉

Da kann ich nur sagen: Vielen Dank für die Blumen 🙂 Nice to meet you, too & come back soon!

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* frei nach Zimmer frei!

Ins Wochenende mit: Elgar

Ins Wochenende mit …

einem Ausschnitt aus dem ersten Satz des Konzerts e-moll für Violoncello und Orchester op. 85 von Edward Elgar. Hier gespielt von der unvergessenen Jaqueline du Pré begleitet vom Philharmonia Orchestra unter Daniel Barenboim.

Zu hören ist das Konzert heute Abend live in der Kölner Philharmonie, interpretiert vom Cellisten Johannes Moser, der diese Woche zu Gast beim WDR Sinfonieorchester ist.

Umrahmt wird das Cellokonzert von der Toccata e due canzoni für Kammerorchester von Bohuslav Martinu und der Sinfonie Nr. 5 F-dur op. 76 von Antonín Dvořák. Am Pult des WDRSO steht diese Woche der tschechische Dirigent Jakub Hrůša.

WDR 3 überträgt das Konzert „Sinfonieplus – Kraft der Linie“ ab 20:05 live. Anschließend kann es 30 Tage lang im WDR 3 Konzertplayer nachgehört werden. Mehr Infos zum Konzert stehen hier im Programmheft.

Ins Wochenende mit: Tschaikowsky

Ins Wochenende mit …

Scene aus der Ballett-Suite „Schwanensee“ op. 20 von Peter Tschaikowsky (hier gespielt vom Philadelphia Orchestra unter Ricardo Muti), die am Samstag, 8.3. (15 Uhr), und Sonntag, 9.3. (11 Uhr + 15 Uhr), bei den KiRaKa-Familienkonzerten des WDR Sinfonieorchesters auf dem Programm steht.

Wer sich auf das Konzert vorbereiten möchte, findet hier ein liebevoll gestaltetes Vorbereitungsheft inkl. Tanzanleitung! 🙂

WDR 5 sendet den Mitschnitt des Konzerts aus dem WDR Funkhaus am Wallrafplatz am 16. März 2014 ab 14:05 Uhr.