Klassik vorher-nachher: Alexander Borodin – Fürst Igor im Paradies

Melodien sind wie das Wasser – sie finden ihren Weg. Und so erreichen uns manche „klassischen“ Melodien auf Umwegen.

Wie zum Beispiel die der Polowetzer Tänze aus der Oper Fürst Igor des russischen Komponisten Alexander Borodin, der am 12. November 1833 geboren wurde.

Borodin komponierte mit Unterbrechungen 18 Jahre lang an seinem wichtigsten Werk, das nach seinem Tod von seinen Kollegen Rimsky-Korsakow und Glazunov vollendet wurde. Die Oper basiert auf dem historischen Feldzug des russischen Fürsten Igor gegen die Polovetzer, einem zentralasiatischen Steppenvolk, im 12. Jahrhundert.

Borodin bemühte sich um eine möglichst authentische Nachahmung der asiatischen Musik und studierte zu diesem Zweck Melodien mittelasiatischer Völker. Dabei griff er auf Material der in Ungarn lebenden Nachfahren der Polovetzer zurück.

63 Jahre später adaptierten Robert Wright und George Forrest Borodins Musik für ihr Musical Kismet und der Tanz der Polovezer Jungfrauen verwandelte sich in den Broadway-Hit Stranger In Paradise, der Mitte der 1950-er Jahre große Popularität erlangte, interpretiert von vielen namhaften Künstlern, wie Bing Crosby, Tony Bennett oder den Four Aces:

Eine unverwüstliche Melodie, die neben anderen auch Borodins Grabstein in Sankt Petersburg ziert:

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Foto: Andrew Butko | СС-BY-SA

ist die Musikwissenschaftlerin und Kulturprojektmanagerin Birgit Schmidt-Hurtienne. Als WDRSOfan schreibt sie privat über Konzerterlebnisse und die wunderbare Welt der klassischen Musik und wird für die Beiträge dieses Blogs weder beauftragt noch bezahlt. Wer sie für Artikel und (Blog-)Projekte buchen möchte, findet ihre Angebotspalette aus Projektmanagement, Text- und Webdienstleistungen unter: Kulturwirtschaftswege.de

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