Kategorie-Archiv: WDRSO Specials

Beiträge zu besonderen Aktionen des WDRSO

Eurovision Young Musicians Contest: Fragwürdig oder nötig?

Foto: © WDR/Claus Langer

Am 3. September 2016 begleitete das WDR Sinfonieorchesters das Finale des Wettbewerbs Eurovision Young Musicians (EYM) 2016. Der Wettbewerb für europäische Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren wird seit 1982 von der European Broadcasting Union organisiert.

Wie schon vor zwei Jahren übertrug der WDR das Konzert im Fernsehen und auf WDR 3. Auf dem Roncalliplatz genossen im Schatten des Kölner Doms mehrere Tausend Menschen das zweistündige Konzert, das auf der EYM-Website im Livestream zu sehen war. Bei Twitter wurde das Konzert ebenfalls verfolgt und so lebhaft kommentiert, dass der Hashtag #EYM16 zeitweilig die Twitter-Trends in Deutschland anführte:

Im Gegensatz zum Eurovision Song Contest entscheidet beim EYM nicht das Publikum, sondern eine Fachjury über die drei Preisträger*innen. Beim diesjährigen Wettbewerb gewannen der polnische Saxophonist Łukasz Dyczko, der tschechische Pianist Robert Bílý und der Kontrabassist Dominik Wagner aus Österreich. Łukasz Dyczko erhält als Preisgeld 10.000 Euro, gestiftet von der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, und er darf nochmals mit dem WDR Sinfonieorchester auftreten.

Bei der Integration von Social Media geht noch was!

Ich habe das Konzert im WDR Fernsehen verfolgt und mich als passionierte Twitterin sogleich über die um 15 Minuten zeitversetzte Übertragung geärgert, die mich von einer Teilnahme an der regen Twitter-Diskussion ausschloss. Allerdings zähle ich mich mit meiner Vorliebe, mich über klassische Konzerte, die ich nicht live vor Ort erleben kann, während der Übertragung via Twitter mit anderen Interessierten auszutauschen – wie zuletzt beim formidablen hrSO-Open-Air-Konzert (#hrSOpenAir) geschehen – durchaus zu einer Minderheit. Diese Kritik sei also geschenkt.

Grundsätzlichere Dinge kritisiert allerdings Guido Krawinkel in seinem Artikel bei Musik heute, in dem er das Eurovision Young Musicians-Finale in Köln für fragwürdig hält und konstatiert: „Auf der Strecke blieb dabei die Glaubwürdigkeit der klassischen Musik.“

Fragwürdiger Wettbewerb?

Nanu? Diesen Eindruck hatte ich allerdings überhaupt nicht. Die Glaubwürdigkeit der klassischen Musik sehe ich persönlich – mit Verlaub – eher bei einem klassischen Konzert mit David Garrett als Solist in Gefahr, als beim Eurovision Young Musicians Contest.

Natürlich lässt sich die Art und Weise, wie dieser Wettbewerb ausgetragen wird, kritisieren. Man kann sich darüber streiten, ob vom Co-Moderator Daniel Hope zur Eröffnung „Geigenschnulzen“ vorgetragen werden sollten. Oder ob akrobatische Kunststücke mit oder ohne Instrument ins Programm gehören.

Ich hätte allerdings nach über hundertjährigen Errungenschaften der Musikethnologie nicht erwartet, dass die Darbietung der Meditation aus Thaïs des kroatischen Teilnehmers auf „bestenfalls folkloristischem Instrumentarium“ kritisiert wird und das Antreten gegen „unterschiedlichste klassische Konzertinstrumente“ thematisiert wird. Ich habe es stets als ganz besonderes Kennzeichen klassischer Musik erlebt, dass es keine Rolle spielt, ob ihre Melodien auf den „richtigen“ Instrumenten dargebracht werden, um Menschen zu berühren. Das kann selbst dann gelingen, wenn sie im Zirkuszelt auf einer singenden Säge erklingen, denn es kommt allein auf den Menschen hinter dem Instrument an, ob das Publikum erreicht wird oder nicht. Und um die Musik ging es dann doch hauptsächlich beim EYM-Finale. (Klassik-)Zirkus hin oder her.

Unseriöses Vorgehen?

Guido Krawinkel moniert weiters:

„Über Sieg und Niederlage musste die überaus prominent besetzte Jury in Köln nach gerade einmal sechsminütigen Vorträgen richten, die Open Air und elektronisch verstärkt absolviert wurden. Die Teilnehmer traten allen Ernstes mit so diametral unterschiedlichen Stücken wie einer Bearbeitung der ‚Meditation’ aus Jules Massenets Oper ‚Thaïs’ und der Carmen-Fantasie von Franz Waxman gegeneinander an. Letztendlich wurden hier Äpfel mit Birnen verglichen, ein im klassischen Bereich höchst ungewöhnlicher, um nicht zu sagen unseriöser Weg.“

Naja, hochkarätige Profi-Musiker*innen sind genau dazu in der Lage: innerhalb kurzer Zeit eine musikalische Darbietung beurteilen zu können. Nichts anderes tun sie auch beim Unterrichten. Und natürlich können sie auch Äpfel von Birnen unterscheiden und beurteilen, ob eine Birne Helene genauso gut serviert wird, wie ein Apfelkuchen, um im Bild zu bleiben. Es ging doch um die Musikalität und Darbietung bei Aufführungen klassischer Musik. Äpfel und Birnen wären es im Übrigen eher gewesen, wenn die jungen Künstler*innen Schlager interpretiert hätten.

Sichtbare und unsichtbare Klassik-„Wettbewerbe“

Selbstverständlich gibt es „seriösere“ Klassik-Wettbewerbe für junge Musizierende. So zum Beispiel den ebenfalls gerade stattfindenden Internationalen Musikwettbewerb der ARD. Aber diese Wettbewerbe finden meist hinter verschlossenen Türen statt. Es erfahren nur wirklich Interessierte davon, die nach Informationen dazu suchen oder zufällig darüber stolpern. Der Eurovision Young Musicians Contest ist dagegen für ein breiteres Publikum sichtbar. Und genau das finde ich heute wichtiger denn je. Warum sollen junge Menschen, die sich von Gleichaltrigen dadurch unterscheiden, dass sie sich stundenlang dem Üben ihres Instruments und der klassischen Musik widmen, nicht auch eine Plattform im Mainstream-TV erhalten? Sollen sie lieber niveauvoll unsichtbar bleiben? Warum sollen sie nicht das TV-Niveau für zwei Stunden heben dürfen? Zumal eine „Wiederholungsgefahr“ höchstens alle paar Jahre besteht?

Der EYM vor und hinter den Kulissen

Ja, es war eine Show-Veranstaltung, auch im übertragenen Sinne. Aber im Gegensatz zu Superstar-Veranstaltungen, bei denen Juroren wie Dieter Bohlen den Daumen heben oder senken, haben die Teilnehmenden während ihres Aufenthalts in Köln bei Proben mit dem WDR Sinfonieorchester Erfahrungen mit einem der renommiertesten deutschen Radio-Sinfonieorchester sammeln dürfen. Ich bin mir sicher, dass die Begegnung und Zusammenarbeit mit den Orchestermusiker*innen und die Auftrittsmöglichkeit in diesem Rahmen, inklusive Übertragung in TV und Radio, zu den bleibenden Erlebnissen auf dem musikalischen Weg dieser jungen Menschen gehören werden. So oder so 😉

„Als ernstzunehmenden Wettbewerb kann man den EYM wohl kaum bezeichnen,“ schließt Guido Krawinkel. Tatsächlich nicht? Zumindest beim diesjährigen Jury-Vorsitzenden Julian Rachlin wurde seine EYM-Auszeichnung offensichtlich doch von einigen ernst genommen:

„1988 wurde ihm der ‚Eurovision Young Musician of the Year“-Preis verliehen, worauf eine Einladung zu einem Auftritt bei den Berliner Festspielen unter dem Dirigenten Lorin Maazel folgte. Unmittelbar darauf trat er mit den Wiener Philharmonikern unter dem Dirigenten Riccardo Muti auf — als bis dahin jüngster Solist. Während seiner darauf folgenden Karriere arbeitete Rachlin mit diversen namhaften Dirigenten in Europa und den USA zusammen […].“1

Zudem nehme ich an, dass die Teilnehmenden genau einordnen können, welchem Zweck welcher Wettbewerb dient.

Vielleicht wird der EYM-Drittplatzierte Dominik Wagner von seiner Teilnahme am ARD-Wettbewerb einen Tag später beruflich mehr profitieren als vom EYM. Aber wer außer den „Klassiknerds“ kennt denn bitteschön den ARD-Wettbewerb? Und selbst wenn der EYM ein „Show-Wettbewerb“ ist, lassen sich denn nicht auch hierbei wertvolle Erfahrungen sammeln? Ob der Gewinn beim EYM-Contest nur für Julian Rachlin nicht folgenlos geblieben ist, könnte Musik heute ja mal recherchieren.

Klassische Musik muss raus aus dem Feuilleton!

Es geht nicht darum, die Glaubwürdigkeit der klassischen Musik zu bewahren, es geht darum, dass sie überhaupt (noch) im Bewusstsein der „breiten Masse“ stattfindet.

Es gibt sehr viele Jugendliche, die mit Leidenschaft klassische Musik machen. Sie können nur nicht wahrgenommen werden, weil sie nirgendwo sichtbar werden. Damit möglichst viele Menschen ihre Kunst sehen, hören und miterleben können, gönne ich diesen jungen Künstler*innen möglichst viele und große Bühnen. Auch eine große Show-Bühne im Schatten des Kölner Doms mit einem Deckmäntelchen namens Wettbewerb.

Was ich an Veranstaltungen wie diesen kritisiere, sind Lippenbekenntnisse derjenigen aus Politik und Medien, die bei solchen und ähnlichen Anlässen von „Kulturauftrag“ reden, sich im kulturpolitischen Alltag aber nicht dafür einsetzen, dass dieser in Sonntagsreden als notwendig erachtete Kulturauftrag über ein Minimum hinaus erfüllt werden kann.

Die Glaubwürdigkeit der Klassik steht in meinen Augen nicht wegen EYM- oder anderen gerne kritisierten Klassik-Open-Air-Veranstaltungen, wie z. B. dem hrSO Open Air, das auf Facebook diskutiert wurde, auf dem Spiel. Sie wird von all jenen in Frage gestellt, die sich in entscheidenden (meinungs-)politischen Positionen nicht in der Verantwortung sehen, sich vehement für optimale musikalische Bildung und den Erhalt unserer Orchester- und Kulturlandschaft einzusetzen. Der Untergang der klassischen Musik droht aber gewiss nicht, weil ein kroatischer Bub auf großer Show-Bühne statt mit der Geige mit einer Tambura die Herzen seines Publikums erreicht.

  1. Wikipedia []

„Sinfonie der 10.000“: Das WDR Sinfonieorchester in Japan 2014

WDR Sinfonieorchester Köln | Foto: © WDR/Kost
WDR Sinfonieorchester Köln | Foto: © WDR/Kost

Das WDR Sinfonieorchester ist wieder einmal unterwegs nach Japan. Bei seiner diesjährigen Reise hat es allerdings nur ein einziges Werk im Gepäck: die Sinfonie Nr. 9 d-moll op. 125 von Ludwig van Beethoven mit Schlusschor über Schillers Ode an die Freude.

Elf Mal wird das Orchester Daiku, wie die Japanerinnen und Japaner ihre absolute Lieblingssinfonie nennen, aufführen. Vom 7. bis 22. Dezember 2014 in Tokyo und Osaka unter der Leitung von Yutaka Sado, der das Orchester auch bereits als Gast in Köln dirigiert hat.

Was hat es mit Japan und der 9. Beethoven auf sich?

„Beethovens Neunte hat in Japan gerade im Dezember eine ganz besondere Bedeutung. Die wird da überall gespielt, 700- bis 800-mal“,

erklärt Siegwald Bütow, der Orchestermanager des WDRSO.

„Aber es ist in Asien nach wie vor etwas Besonderes, wenn ein deutsches Orchester kommt. Sozusagen, aus japanischer Sicht, aus der Wiege der Musik.“1

Gleich zu Beginn der Konzertreise wird es morgen, am 7. Dezember, ein bombastisches Auftaktkonzert geben: die Ode an die Freude wird in der Osaka-jō Hall mit einem riesigen Chor aus 10.000 Kehlen erklingen. Siegwald Bütow berichtet in einem WDR -2-Interview von seinen ersten Eindrücken dieses Großereignisses vor Ort:

„Die Japaner lieben es zu singen“

Zur Beliebtheit der Sinfonie in ihrem Heimatland hat auch WDRSO-Geigerin Keiko Kawata-Neuhaus im Interview mit WDR-Print Auskunft gegeben. Gesungen wird übrigens auf Deutsch, wie sie betont:

„[…] die fangen schon sechs Monate vorher an zu üben im Chor, und der deutsche Text wird tatsächlich phonetisch eingeübt. Meine Mutter konnte das auch, die konnte gar kein Deutsch – aber die Neunte konnte sie. […] Die Japaner lieben es zu singen. Vielleicht kommt das vom Karaoke. Japaner gehen nach der Arbeit in eine Karaoke-Bar, um beim Singen Stress loszuwerden. Das gibt es in Deutschland so nicht.“

Hier das vollständige Interview:

Wer mehr über die Japan-Reise des WDR Sinfonieorchesters wissen möchte, kann dem Orchester via Facebook folgen und/oder die WDR-3-Sendung TonArt hören (wochentäglich 15:05-17:45 Uhr), die über die Konzertreise berichten wird.

Sayonara, WDRSO! Gute Reise und viele schöne Konzerte!

  1. Das WDR Sinfonieorchester auf Konzertreise Heimspiel in Japan []
aus: Michael Ende, Die unendliche Geschichte ((Michael Ende, Die unendliche Geschichte von A bis Z mit Buchstaben und Bildern versehen von Roswitha Quadflieg, Stuttgart, 1979, S. 18))

„Die unendliche Geschichte“: Neue Hörspielfassung mit dem WDR Sinfonieorchester

aus: Michael Ende, Die unendliche Geschichte
aus: Michael Ende „Die unendliche Geschichte“ von A bis Z mit Buchstaben und Bildern versehen von Roswitha Quadflieg 1

 

Vom 7. November bis 12. Dezember präsentiert der WDR-Hörfunk Michael Endes Roman „Die unendliche Geschichte“ als sechsteiliges Hörspiel u. a. mit Anna Thalbach, Hans Kremer und Mechthild Großmann. Genau 35 Jahre nach Erscheinen des Buches wird das Hörspiel jeweils freitags von 14.05-15.00 Uhr bei WDR 5, im digitalen Radio und im Internet auf kiraka.de zu hören sein.
Mehr dazu hier: „Die unendliche Geschichte“ in neuer Hörspielfassung.

„Die unendliche Geschichte“ in der Kölner Philharmonie

Das WDR Sinfonieorchester spielte unter der Leitung von David Marlow die Musik von Felix Rösch zur neuen Hörspielfassung in der Kölner Philharmonie ein (im Trailer – leider nur sehr kurz – ab Minute 2:00):

Mehr über die Produktion der neuen Hörspielfassung ist in dieser Multimedia-Reportage zu sehen und zu hören: Die unendliche Geschichte – ein Hörspiel in sechs Teilen.

Literaturangaben
1 Michael Ende, Die unendliche Geschichte von A bis Z mit Buchstaben und Bildern versehen von Roswitha Quadflieg, Stuttgart 1979, S. 18.

Das WDR Sinfonieorchester startet in die Konzertsaison 2014/15

Hurra, die Sommerpause ist zu Ende!

An diesem Wochenende startet das WDR Sinfonieorchester in die Konzertsaison 2014/15. Bereits seit Dienstag probt es mit seinem Chefdirigenten Jukka-Pekka Saraste für das erste Konzert, das allerdings nicht in Köln, sondern im Amsterdamer Concertgebouw stattfinden wird.

 

Stippvisite im Concertgebouw

Das Orchester wird die Geigerin Patricia Kopatchinskaja beim Violinkonzert Nr. 5 A-dur, KV 219 von W. A. Mozart begleiten und die Sinfonie Nr. 5 von Jean Sibelius spielen. Zu Beginn des Konzerts werden die Haydn-Variationen von Johannes Brahms zu hören sein, hier in einer Aufnahme mit Semyon Bychkov, dem Vorgänger von Jukka-Pekka Saraste:

Zum 6. Mal: mittendrin – ein Tag mit den WDR Klangkörpern

Das Kölner Publikum kann das WDR Sinfonieorchester, wie auch das seit dieser Saison umbenannte WDR Funkhausorchester (vormals WDR Rundfunkorchester), den WDR Rundfunkchor und die WDR Big Band – also alle WDR Klangkörper –, erstmals am Sonntag, 31. August, im WDR Funkhaus erleben.

Traditionell öffnet der WDR zu Saisonbeginn seine Pforten für den Tag der offenen Tür der WDR Orchester. Von 12 bis 18 Uhr kann man dort mittendrin die vielfältige Arbeit der WDR-Musikerinnen und -Musiker und vieler Kolleginnen und Kollegen, die mit (klassischer) Musik im WDR beschäftigt sind, kennenlernen:

„Den ganzen Tag über hallen die Säle von Sinfonik, Jazz, Vokal- und Ensemblemusik in unterschiedlichsten Besetzungen wider. Zusätzlich zu den Konzerten locken hinter vielen Türen des Hauses Überraschungen und Entdeckungen: Die MusikerInnen teilen sich dazu in einzelne Gruppen auf, veranstalten Workshops, organisieren Mitmach- Programme und viele weitere Aktivitäten für Jung und Alt. Man kann an einem Atem- und Stimmtraining teilnehmen oder die offene Instrumentenwerkstatt besuchen; für Ratefreunde gibt es ein Musikquiz, Technikfreaks dürfen den KlangzauberInnen an den Hightech-Mischpulten über die Schulter schauen. Natürlich ist auch reichlich Gelegenheit, die erfahrenen Profis all das zu fragen, was man immer schon mal wissen wollte – über das Leben der MusikerInnen, über die Voraussetzungen zum Beruf, über die großen und kleinen Geheimnisse der Stimme und des Instruments. Und zu alledem ist der Eintritt natürlich frei!“

Sehr empfehlenswert! Hier gibt es den Programmablauf des abwechlsungsreichen Tages. Und hier gibt es meine Impressionen vom letzten Jahr: Mittendrin: Ein Tag mit den WDR Orchestern 2013

WDR 3 ist live dabei

Wer am Sonntag nicht in Köln sein kann: WDR 3 berichtet von 12:05 bis 15 Uhr live von den Geschehnissen vor Ort. Was alles geboten wird, hat Christoph Stahl, der Leiter der WDR-Hauptabteilung Orchester und Chor, bereits in diesem Interview bei WDR 3 verraten: Konzertatmosphäre hautnah

Eurovision Young Musicians 2014 beim WDR in Köln

Die junge Klassikwelt trifft sich seit vergangenem Samstag in Köln zum Eurovision Young Musicians 2014, einem der international bedeutendsten Wettbewerbe. Er wird seit 1982 alle zwei Jahre von der Europäischen Rundfunkunion (European Broadcasting Union EBU) veranstaltet. Dieses Jahr ist der Westdeutsche Rundfunk Gastgeber.

Europäische NachwuchsmusikerInnen zwischen 15 und 19 Jahren aus ganz Europa stellen sich dabei einer international besetzten Fachjury.

Wer den Wettbewerb verfolgen möchte, kann heute nachmittag von 14 – 16.30 Uhr bei freiem Eintritt vor Ort im WDR Funkhaus Köln oder via Livestream bei der 2. Vorrunde dabei sein. Es spielt unter anderem auch die deutsche Vertreterin im Wettbewerb, Judith Stapf:

Open-Air-Abschlusskonzert mit dem WDRSO

Die PreisträgerInnen der 17. Austragung werden im Open-Air-Konzert auf dem Roncalli-Platz vom WDR Sinfonieorchester Köln unter Leitung der jungen estnischen Dirigentin Kristiina Poska begleitet.

Es wird live im WDR Fernsehen (31. Mai 2014, 20.15 – 22.00 Uhr), im Radio auf WDR 3 und via Livestream übertragen. Sabine Heinrich (@frheinrich) wird moderieren und die urban dance crew Flying Steps ist auch dabei.

#EYM2014 im Web

Mehr vom und über den Wettbewerb ist auf der Website und Facebook-Seite zu finden. Bei Twitter sind die @Young_Musicians auch vertreten, und der Austausch über den Eurovision Young Musicians 2014 findet via Hashtag (Suchwort) #eym2014 statt.

Jetzt geht’s lo-hos: Probespiele für die WDRSO Orchesterakademie!

Orchesterakademie des WDDR Sinfonieorchesters Köln e. V.
Bereits Anfang 2013 gründeten Musikerinnen und Musiker des WDR Sinfonieorchesters Köln eine Orchesterakademie. Ihr Ziel ist,

„die Ausbildungslücke zu schließen, die zwischen Hochschulabschluss und Berufseinstieg besteht und gleichzeitig die gewachsene Klangtradition des Orchesters weiterzugeben“.

 

Unterstützung fanden die Orchestermitglieder im Geigensolisten Frank Peter Zimmermann, der die Orchesterakademie des WDRSO als Schirmherr begleitet:

„Das WDR Sinfonieorchester Köln ist das Spitzenorchester des Landes NRW und damit Vorbild für viele andere Orchester nicht nur in NRW. Mich verbindet mit diesem Orchester eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit und so habe ich keinen Augenblick gezögert, die Schirmherrschaft für die Orchesterakademie zu übernehmen und damit eine Initiative aus dem dem Orchester zu unterstützen.“

Damit es nun mit Beginn der nächsten Saison 2014/15 losgehen kann, finden am 14. und 15. Juni in Köln Probespiele für die ersten WDRSO-StipendiatInnen statt: Jetzt geht’s lo-hos: Probespiele für die WDRSO Orchesterakademie! weiterlesen

„Unterwegs mit Pauken und Trompeten“

 

Was ist alles zu beachten, wenn ein ganzes Sinfonieorchester „mit Pauken und Trompeten“ auf Reisen geht? WDRSO-Disponentin Susanne Heyer verrät es hier in einem interessanten Interview, wo sie auch die Frage nach dem transportempfindlichsten Instrument beantwortet:

„Grundsätzlich sind alle Instrumente aus Holz sehr empfindlich. Sie reagieren zum Beispiel empfindlich auf starke Temperaturschwankungen und können kaputt gehen. In Wien ist uns einmal ein Kontrabass kaputt gegangen: Die Klimaanlage im vollgestopften LKW funktionierte nicht mehr richtig, beim Ausladen draußen waren es minus 18 Grad – und im warmen Saal ist das Holz gerissen.“

Heute kehrt das WDR Sinfonieorchester von seiner kurzen Tournee durch das Baltikum (30. März bis 1. April 2014) wieder zurück nach Köln. Begleitet wurde es vom Musikjournalisten und WDR-3-Moderator Michael Struck-Schloen, der gestern morgen in der WDR-3-Sendung Mosaik schon über die Konzertreise berichtet hat. Das Gespräch kann hier nachgehört werden.

„Jukka-Pekka wishes everyone a good weekend!“

Link: „Jukka-Pekka wishes everyone a good weekend!“

Jukka-Pekka Saraste with WDR Symphony Orchestra Cologne Bass Group

„Jukka-Pekka wishes everyone a good weekend! He is looking forward to returning to Cologne, to the first concerts of the year with the WDR Sinfonieorchester Köln.“

heißt es auf der Facebook-Seite des WDRSO-Chefdirigenten Jukka-Pekka Saraste. Als Verstärkung für seinen Wochenendgruß hat er sich die Kontrabass-Gruppe des Orchesters mitgebracht.

Ein bisschen müssen wir uns allerdings noch gedulden, bevor wir Jukka-Pekka Saraste wieder am Pult des WDR Sinfonieorchesters erleben können. Erste Gelegenheit dazu bietet der PhilharmonieLunch um 12:30 Uhr am 6. Februar. Dort gibt es einen kleinen Vorgeschmack auf das Konzert „Musik der Zeit: Sinfonische Fragmente“ am 7. Februar um 20 Uhr in der Kölner Philharmonie.

Zu erleben sind an diesem Abend die Uraufführung der Drei Orchesterstücke (2006/2011) von Friedrich Cerha, die er im Auftrag des WDR komponiert hat. Drei Bruchstücke für Sopran und Orchester aus der Oper Wozzeck op. 7 von Alban Berg, die Barbara Hannigan interpretieren wird (sie war bereits im Oktober als Dirigentin beim WDRSO zu Gast, konnte aber leider krankheitsbeding damals nicht singen). Abschließend wird die Stele für großes Orchester op. 33 von György Kurtág erklingen.

Um 19 Uhr gibt es eine Konzerteinführung mit Friedrich Cerha. WDR 3 überträgt das Konzert live aus der Kölner Philharmonie.

Neu: WDR Sinfonieorchester Tournee-Kalender

Der Verein der Freunde und Förderer des WDR Sinfonieorchesters hat unter Federführung des stellvertretenden Solo-Cellisten Simon Deffner einen Tournee-Kalender mit 12 sehr schönen Aufnahmen des Geigers der 1. Violinen Mischa Salevic im Format DIN A3 zusammengestellt.

Mit diesem immerwährenden Kalender kann man das Orchester übers Jahr in diese Konzertsäle begleiten:

  • Concertgebouw Amsterdam
  • Teatro Comunale Modena
  • Victoria Hall Genf
  • Philharmonie Luxemburg
  • Rudolfinum Prag
  • Säulenhalle Moskau
  • Teatro San Carlo Neapel
  • Auditorio Kraus Las Palmas
  • Royal Albert Hall London
  • Théatre du Chatelet Paris
  • Tonhalle Zürich
  • Suntory Hall Tokio

Der Kalender kostet 20 Euro, mit denen die neu gegründete Orchesterakademie des WDRSO unterstützt wird:

Die Orchesterakademie des WDR Sinfonieorchesters wurde Anfang 2013 auf Initiative von Musikern des Orchesters als eingetragener Verein gegründet. Ziel ist es, die Ausbildungslücke zu schließen, die zwischen Hochschulabschluss und Berufseinstieg besteht und gleichzeitig die gewachsene Klangtradition des Orchesters weiterzugeben.

Als Fan unterstütze ich dieses Engagement des Orchesters natürlich sehr gerne. Mich wundert nur, dass der WDR offensichtlich nicht an der Produktion des Kalenders beteiligt war, da kein WDR-Logo zu sehen ist.